Musig im Chappeli 2018

  • Sonntag, 20. Mai 2018, 17:00 Uhr: Asewäg mit Christoph Greuter
  • Sonntag, 17. Juni 2018, 17:00 Uhr: Ben Jeger, Harmonika und exotische Instrumente
  • Sonntag, 16. September 2018, 17:00 Uhr: Stefan Thut – Musik für Violoncello solo aus vier Jahrhunderten
  • Sonntag, 21. Oktober 2018, 17:00 Uhr: Thomas Dürst – Vom Bildhauer zum Liedmacher oder vom Bildmacherzum Liedhauer
  • Sonntag, 18. November 2018, 17:00 Uhr: Romy Freudiger

Asewäg mit Christoph Greuter

Sonntag, 20. Mai 2018, 17:00 Uhr
Eintritt frei, Kollekte

«Christoph Greuter interessiert das Echte, Raue an der Volksmusik, das im Laufe der Kommerzialisierung oft ausgemerzt wurde», sagte die Schnabelweid-Legende von Schweizer Radio, Christian Schmid, einst über Greuters Musik, die man als «industrial swiss folk» bezeichnen könnte. Das hat sich mit dem neuen Album «aseweg» nicht geändert. Ganz im Gegenteil: wenn der Gitarrist mit Toggenburger Wurzeln sich auch dem alten, traditionellen und noch nicht verkommerzialisierten Schweizer Folk stark verbunden fühlt, so schwingen bei ihm seit Teenagerzeiten Hörgewohnheiten mit archaischem, erdigem Country-Blues und –Rock sowie Folk aus den Appalachen immer mit. Das klingt in «aseweg» noch eruptiver und orchestraler nach. Altes und Neues, Eingefremdetes und Ausgewildertes aus den Schweizer Chrächen und Talschrunden sowie den Katakomben aus Schweizer Musikarchiven entspringt dem alchimistischen Musiklabor Greuters. Da geht’s in den 26 Tracks instrumentaler Musik aber nicht nur groovig, bluesig-rockig und swingig zu und her, sondern oft auch poetisch, geradezu still und zart besaitet. Mal ganz allein, mal zu einer One-Man-Band geschichtet, wie etwa beim ältesten Solothurner Tanz, den der Klangforscher und wissenschaftliche Musikgrübler in Sachen alter Schweizer Musik in einer Engadiner Geigenhandschrift von 1681 fand. Dieses Stück steht exemplarisch dafür, wie zeitlos alte Schweizer Tänze wirken, wenn Greuter nebst traditionellen Zupfinstrumenten auch E-Gitarren mit Distortion einsetzt. Das macht den progressiven «industrial swiss folk» Greuters aus. Doch wie klingt das? Die Älpler-Kultzeitschrift «zalp» sagte vor Jahren treffend über seine Musik: «Sie ist harmonisch, ruhig, swingend, feinsinnig. Musik zum abhängen und mitklingen. Wem die Stimme fehlt, kann gerne mitsummen.» Das gilt erst recht für «aseweg».

Ben Jeger – Harmonika und exotische Instrumente

Sonntag, 17. Juni 2018, 17:00 Uhr
Eintritt frei, Kollekte

Ben Jeger ist Komponist(Konzert-,Film-, Theater-, & Circusmusik) & Livemusiker. Im Chappeli spielt er v.A. auf dem Accordeon eigene Kompositionen, aber auch Stücke von Nino Rota (Filmmusikkomponist von Federico Fellini), sowie Themen aus verschiedenen Gegenden dieser Welt. Dazwischen werden Stücke auf exotischen Instrumenten gespielt, die er auf Seinen Reisen gefunden hat, wie z.B. singende Säge, diverse afrikanische und östliche Instrumente …

Zur Zeit ist er auf Tour im Orchester der Band der Sängerin/Schauspielerin Meret Becker mit dem Programm Le Grande Ordinaire und mit der Band von Erika Stucky mit Stucky con Carne unter Anderem.

Musik für Violoncello solo aus vier Jahrhunderten mit Stefan Thut

Sonntag, 16. September 2018, 17:00 Uhr
Eintritt frei, Kollekte

  • James Tenney (1934–2006): Cellogram (1971)
  • Domenico Gabrielli (1651–1690): Ricercar Nr. 2 (1689)
  • Taku Sugimoto (*1965): Solo for Violoncello 1 (2018)
  • Tom Johnson (*1939): Tilework for Cello – six voice canons  (2002)
  • Johann Sebastian Bach (1685–1750): Suite Nr. 5 c-moll BWV 1011 (1720)

Stefan Thut (*1968) ist Violoncellist und Komponist, wohnhaft in Solothurn (CH); er ist an zeitlosen und gegenwärtigen Musiken interessiert. Im Solo-Programm für das Derendinger Chappeli tastet Thut den Tonraum des Cellos mit dem ersten Stück kontinuierlich ab. Unmittelbar wird das Klanggeschehen vom Kapellenraum durch seine eigene Charakteristik ‚kommentiert‘. Damit sind beide Räume – Tonraum sowie Aufführungsraum – ausgelotet und bereit für weitere Erkundungen im Bereich der Literatur für Violoncello ohne Begleitung: die Anfänge der Cellomusik liegen im ausgehenden 17. Jahrhundert in Italien, wie z.B. die Ricercari von Gabrielli bezeugen. Thut spannt den Bogen weiter in die Gegenwart und spielt zarte Flegeolettklänge seines Musikerfreundes Sugimoto aus Japan. In der Fortsetzung stehen zwei Kompositionen von Johnson und Bach einander gegenüber: der eine Komponist orientiert sich an Mathematik und Kanontechnik, der andere bringt barockes Musizieren zu einem vollendeten Abschluss. Im Hinblick auf die alte Zeit und aus Gründen der Resonanz hat sich Thut für eine tiefe Stimmung entschieden, d.h. A = 415 Schwingungen in der Sekunde.

Vom Bildhauer zum Liedmacher oder vom Bildmacher zum Liedhauer – Thomas Dürst

Sonntag, 21. Oktober 2018, 17:00 Uhr
Eintritt frei, Kollekte

Seit 2007 gibt es den ersten Tonträger mit dem gleichnamigen  Titel: «vom Läbe g’houe». Die Liedhauerei hat in meinem Leben eine beinahe lebenslange Tradition. Begleitet auf meiner klassischen  «Takamine» und unter Beimischung meines «Pfiffs» bekommen meine Songs die nötige Qualität und Farbe. Meine Songs zeichnen und hauen vor allem Stimmungen, Emotionen, welche meine unmittelbare Umwelt in atemberaubender Vielfalt produzieren.